Filmclub Moderne Zeiten zeigt:

Ein Lied für Argyris

Filmclub Moderne Zeiten am 14. August 2015 um 20 Uhr
Hafenstraße 116, 20359 Hamburg

Distomo. Ein kleines Bauerndorf, ein Steinwurf vom Meer entfernt, an der Strasse von Athen nach Delphi. Hier überlebt der kleine Argyris, noch keine vier Jahre alt, am 10. Juni 1944 ein brutales Massaker der deutschen Besatzungsmacht: Eine so genannte «Sühnemassnahme» einer SS-Division als Reaktion auf einen Partisanenangriff in der Gegend. Innert weniger als zwei Stunden werden 218 Dorfbewohner umgebracht – Frauen, Männer, Greise, Kleinkinder und Säuglinge. Argyris verliert seine Eltern und 30 weitere Familienangehörige.

Mehrere Jahre verbringt der Knabe in Waisenhäusern rund um Athen, unter Tausenden von Kriegskindern. Da taucht eines Tages eine Delegation des Roten Kreuzes auf und sucht eine Handvoll Kinder aus für eine weite Reise in ein fernes Land. Argyris will unbedingt mitgehen. Und so kommt er in die Schweiz, ins Kinderdorf Pestalozzi nach Trogen. Jahre später doktoriert er an der ETH Zürich in Mathematik und Astrophysik. Bald schon unterrichtet er an Zürcher Gymnasien, beginnt griechische Dichter ins Deutsche zu übersetzen, und arbeitet später mehrere Jahre, auch mit dem Schweizerischen Katastrophenhilfekorps, als Entwicklungshelfer in Somalia, Nepal und Indonesien. Seit er wieder nach Europa zurückgekehrt ist, reist er häufiger zwischen der Schweiz und Griechenland hin und her – und die Aufenthalte in der alten Heimat werden immer länger.

Argyris Sfountouris, heute 66 Jahre alt, ein Mann von gewinnendem Charme und melancholischer Heiterkeit, hat sich Zeit seines Lebens mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt, der ihm als Kind widerfahren ist. In einer «Tagung für den Frieden» beispielsweise hat er über Wege sinniert, wie aus diesem Teufelskreis der Gewalt ausgebrochen werden könnte. Er hat versucht, nicht etwa innerlich damit «fertig» zu werden, mit seinem Kindheitserlebnis «abzuschliessen», sondern viel eher damit leben zu lernen und nach aussen etwas zu bewirken.

Ein Film über den Umgang mit persönlicher Trauer, – und über den Umgang mit historischer Schuld.

Ein Film über die schier unlösbaren Schwierigkeiten einer wirklichen Aussöhnung, über die Suche nach Frieden – eine Reise mit offenem Ausgang.


http://www.fontanafilm.ch/DOKFILME/argyris/index.html

25 Jahre: Barrikadentage an der Hafenstraße.

am 10. und 11. November 2012

Hafenstrasse Hamburg - 25 Jahre Barrikadentage

Ab Mitternacht 11./12. November 1987 werden in der Hafenstraße, in der Bernhard-Nocht-Straße und in einigen Stadtteilen Barrikaden errichtet und in Brand gesetzt. Spontan demonstrieren mehrere hundert Menschen morgens um 4 Uhr auf der Reeperbahn. Die Polizei zieht mehrere Hundertschaften in und um St.Pauli zusammen. Es kommt nicht zu größeren Auseinandersetzungen, keine Festnahmen, und es wird bald deutlich, daß nicht sofort geräumt wird. Am Donnerstag stehen alle Barrikaden um die Häuser.
http://hafenstrasse.jimdo.com/
http://youtu.be/eBD1eBEKcmc

 

 

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